Die Veranstaltungen der Ferienuni sind vier thematischen Blöcken zugeordnet. Hier findet ihr alle Veranstaltungen zum
- Block »Einführendes«
- Block »Biologismus«
- Block »Gesellschaftstheorie«
- Block »Praxis«
- Block »Bildung«
Zu jedem der inhaltlichen Blöcke gibt es einen einleitenden Text, den ihr nachfolgend lesen könnt.
Nach der erfolgreichen Ferienuni 2010 organisieren wir mit viel positiver Resonanz und Elan im Rücken auch 2012 wieder eine Ferienuni. Sie wird vom 11. bis 15. September 2012 in Berlin stattfinden. Wir sind eine Gruppe von Studierenden und Ehemaligen, die der De-Institutionalisierung kritischer Wissenschaften an den Hochschulen entgegenwirken wollen. Die Ferienuniversität soll zur Verankerung und Weiterentwicklung der Kritischen Psychologie beitragen.
Schwerpunktthemen der Ferienuni 2012 werden sein:
- Einführung in die Kritische Psychologie
- Kritische Psychologie in der Praxis, Funktion und Möglichkeiten von Therapie
- Wissenschaft: Kritik am Mainstream
- Gesellschaftsanalyse: Subjekte in gesellschaftlichen Kämpfen
Geplant sind Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops und Tutorien. Dabei soll Studierenden, Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen Erfahrungsaustausch und Vernetzung ermöglicht werden. Mehr Infos dann an dieser Stelle: www.ferienuni.de.
Für die Durchführung der Ferienuni sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Spendenkonto:
- Sonderkonto Gerlinde Aumann
- Konto-Nr. 94533106
- BLZ 10010010 (Postbank Berlin)
- Stichwort »Ferienuni«
Wenn gewünscht sind Spendenquittungen erhältlich unter VERSTECKTE EMAIL
Der Einstieg in die Kritische Psychologie fällt vielen nicht leicht. Zentrale Begriffe, die Kategorien, werden in einem aufwändigen historisch-logischen Verfahren rekonstruiert und mit Inhalt gefüllt. Bestehende Begriffe der traditionellen Psychologie werden eingeholt, reinterpretiert und in ihrem relativen Erkenntnisgehalt bestimmt. Erkenntnis ist somit Einheit von Kritik und Weiterentwicklung.
Paradigmenwechsel in der Psychologie?
Die Psychologie orientiert sich derzeit um. Sie bietet sich als Integrationswissenschaft für die Neuro- und Biowissenschaften an, Gehirnscanner werden angeschafft und Lehrstühle für Neurokognitive Psychologie etabliert. Sie stehen für die Hoffnung, Skinners „black box“ in Zukunft auslesen zu können und schließlich das Leib-Seele-Problem zu lösen.
Kritische Psychologie versteht sich als marxistische Subjektwissenschaft. Dieses Verständnis wurde entwickelt in Kritik der weltabgewandten bürgerlichen Psychologie, die in ihrem Schweigen über gesellschaftliche Verhältnisse und ihrem Selbstverständnis als Wissenschaft von Vorhersage und Kontrolle menschlichen Verhaltens als mit dem Status Quo von Herrschaft und Ausbeutung verbündet kritisiert wurde.
Von den Widersprüchen zu den Möglichkeiten in Beratung und Therapie
Der Block »Therapie und Beratung« im Rahmen der Ferienuni wird von der AG Berufspraxis der Assoziation Kritische Psychologie organisiert. Die AG Berufspraxis ist ein Zusammenschluss von Studierenden und ehemalig Studierenden der Kritischen Psychologie mit dem Ziel den Stand kritisch-psychologischer Theorie zu den Themenkomplexen Beratung, Therapie und psychisches Leiden weiter zu entwickeln. Ausgangspunkt unserer Arbeit war die geteilte Erfahrung, dass praxisorientierte Diskussionen um mögliche emanzipatorische Potenziale von therapeutischer und beraterischer Tätigkeit im Studium Kritischer Psychologie an der FU Berlin nur unzureichend organisiert und angeboten wurden.
(Praxis-) Widersprüche von Bildung, Erziehung und Pädagogik
Es gibt vielfältige Auseinandersetzungen der Kritischen Psychologie mit Fragen, die sich im Kontext von Bildung, Erziehung und Pädagogik stellen. Die Kritik und Weiterentwicklung von Lernkonzepten spielt darin eine herausragende Rolle. Die Funktion von Erziehung und Bildung bei der Reproduktion von Gesellschaft und ihrer Herrschaftsverhältnisse wird kritisch rekonstruiert und die emanzipatorische Perspektive der Überwindung fremdbestimmter (Lern-) Verhältnisse, damit selbstbestimmtes Lernen denkbar und möglich gemacht. In der Kritischen Psychologie werden die Probleme, sich in widersprüchlichen Lern- und Bildungskontexten zu bewegen, aus einer subjektwissenschaftlichen Perspektive erfasst und bearbeitet. Die Frage, inwieweit fremdgesetzte Erziehungs- und Bildungsziele problematisch sind oder gerade in guter Absicht zu verstärkter Unterwerfung führen, ist zentral und stellt eine große Herausforderung in den verschiedenen Feldern erzieherischer, bildnerischer, sozialarbeiterischer oder pädagogischer Praxis dar. Die in diesen Feldern Tätigen haben es häufig mit unterschiedlichen Praxistheorien und Vorstellungen zu tun, die alles andere als emanzipatorisch sein können. Gleichzeitig kann das Interesse an Selbstbestimmung, gesellschaftlichem Fortschritt und persönlicher Weiterentwicklung nicht von oben oder von außen verordnet werden. Weiterlesen »
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