Einer Reihe von Veranstaltungen haben wir mitgeschnitten. Die Mitschnitte stellen wir nun über archive.org zur Verfügung, sofern von den Referent_innen keine Einwände erfolgten. Nachfolgend findet ihr eine Liste der Dateien zum Download. Die Dateien liegen sowohl im (freien) OGG-Format wie im (proprietären) MP3-Format vor. Die unten stehende Liste ist der Beginn, weitere Dateien folgen. Weiterlesen »
Die 7. Ferienuni ist Geschichte. Über 600 Teilnehmer_innen besuchten an fünf Tagen fast 50 Veranstaltungen mit ebenso vielen Referent_innen. Ein bundesweites Team hat die Ferienuni konzipiert und fast ein Jahr lang vorbereitet. Ungezählte Unterstützer_innen haben die Referent_innen betreut, den Info-Point besetzt, Bücher verkauft, Vokü-Essen vorbereitet, gekocht und verteilt, die Technik organisiert, Material transportiert, Geld gespendet und gesammelt, Bürokratiekram abgewickelt und all die anderen kleinen und großen Dinge erledigt, die eine so große Konferenz braucht. Selbstorganisation funktioniert! Dafür an alle Teilnehmer_innen und Unterstützer_innen ein dickes Dankeschön!
Wer möchte, kann uns eine E-Mail schicken an VERSTECKTE EMAIL oder hier einen Kommentar zur Ferienuni hinterlassen.
Wow, über 430 Anmeldungen bei Eröffnung der Ferienuni Kritische Psychologie, und alle scheinen gleich am ersten Tag da gewesen zu sein: Alle Programmhefte sind bereits vergriffen (wir drucken nach!). Das verspricht eine Besucher_innenzahl von über 500 in der ganzen Woche — damit hätten wir nie gerechnet! Einen ersten Blogbericht zur Rolle der Kritischen Psychologie in politischen Bewegungen gibt es auch bereits.
Bitte teilt uns mit, wenn ihr weitere Berichte findet (online und offline): VERSTECKTE EMAIL
Ferienuniversität Kritische Psychologie bedeutet 5 Tage Ferien, um sich Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu nehmen: Nachdenken, Diskutieren, Lesen, Streiten für ein besseres Leben und Ausspannen.
Wir wollen Entwicklungsmöglichkeiten und -behinderungen von Menschen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Verhältnissen analysieren und die Überwindbarkeit von Beschränkungen denkbar machen. Perspektive ist »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist« (Marx).
>> Das komplette Programmheft der Ferienuni (PDF, 1,5 MB)
>> Programmübersicht als PDF (Stand: 20.8.2010)
>> Aktueller Kalender aller Veranstaltungen
Dienstag, 24.8.2010: »Einstieg in die Kritische Psychologie«
- Morus Markard: Was ist kritisch an der Kritischen Psychologie?
- Jochen Kalpein: Begriffe und Konzepte der Kritischen Psychologie
- Christoph Vandreier, Sarah Dittel: Kritisch-psychologische Grundgedanken und Praxis
- Workshops zu den Einführungsveranstaltungen
- Morus Markard, Christian Küpper, Vanessa Lux, Christina Kaindl, Gisela Ulmann: Geschichte und Gegenwart Kritischer Psychologie
Mittwoch, 25.8.2010: »Neuer Biologismus in der Psychologie«
- Volker Schurig, Vanessa Lux: Biologie und Biologismen in der Psychologie
- Workshops zum Thema »Neuer Biologismus in der Psychologie«
- Evgeniya Kirilina, Wolfgang Maiers, Susanne Dungs: Gefühle sehen und Gedanken lesen?
Donnerstag, 26.8.2010: »Gesellschaftstheorie und Kategorien«
- Morus Markard, Mario Candeias, Alfred Krovoza, Irene Dölling, Christina Kaindl: Menschen in Gesellschaft
- Workshops zum Thema »Gesellschaftstheorie und Kategorien«
- Morus Markard, Ralf Quindel, Sheary Bleiberg, Christian Küpper: In memoriam Erich Wulff
Freitag, 27.8.2010: »Berufliche und gesellschaftliche Praxis«
- Michael Sonntag: Beratung und Therapie im Kapitalismus
- Ulrike Eichinger, Christoph Vandreier, Christian Schultz, Renate Schumak: Möglichkeiten in Therapie und Beratung
- Workshops zum Thema »Berufliche und gesellschaftliche Praxis«
- Sylvia Siegel, Michael Sonntag, Ulrike Eichinger, Christoph Vandreier, Sarah Dittel, Jochen Kalpein: Emanzipatorische Therapie und Beratung
Samstag, 28.8.2010: »Bildung, Lernen und Emanzipation«
- Lorenz Huck, Ines Langemeyer, Gisela Ulmann, Josef Held, Uwe Hirschfeld: Praxiswidersprüche
- Workshops zum Thema »Bildung, Lernen und Emanzipation«
- Michael Sonntag, Vanessa Lux, Alfred Krovoza, Christina Kaindl, Dennis R. Fox, Tove Soiland: Subjekte in der Krise?
Prekarisierung, Psyche und Perspektiven erweiterter Handlungsfähigkeit
Von Mario Candeias
1. Die neue ›Normalität‹
Seit kurzem ist ›das Prekariat‹ endlich auch in Politik und Medien angekommen. Nachdem es lange nur ein unsichtbares Schattendasein als ›Nicht-Klasse an sich‹ geführt hat, von sich selbst nichts zu wissen schien, nur in linken Diskursen herum geisterte und hier und da in den französischen Vorstädten auftauchte, ist es nun ans Licht gezerrt worden. Das Prekariat, das sind die ›Abgehängten‹, das ist die ›Unterschicht‹, derer man sich annehmen muss, meint der wohlmeinende Sozialdemokrat. Der weniger Wohlmeinende will davon nichts wissen, eine Unterschicht gebe es nicht und Klassenunterschiede, die gibt es nur bei PISA.
Von Martin Fries
Thesen zum Workshop »Kategorien in der Kritischen Psychologie« (Do, 14:30 Uhr) bei der Ferienuni Kritische Psychologie 2010, 24.-28.8.2010, FU Berlin, Download als PDF
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Zwischen Anpassung und Selbstermächtigung durch Widerstand
Basis des Workshops werden meine (und hoffentlich auch eure) eigenen Praxis-Erfahrungen und deren Widersprüchlichkeiten bilden. Von der „klassischen“ Jugendarbeit zur Begleitung/Beratung bei rechtlichen Fragen bis hin zu politischer Bildung mit „bildungs-und politikfernen“ (dieser Begriff sollte auch kritisch diskutiert werden) Migrantenjugendlichen. Diskussionsgrundlage werden unter anderem auch kurze Videoausschnitte aus der Praxis sein. Außerdem wird der Workshop von Christian Ernst vom PAS (Politischer Arbeitskreis Schulen) unterstützt.
Jenseits von Personifikation und Personalisierung
Von Stefan Meretz
Thesen zum Workshop »Kategorien in der Kritischen Psychologie« (Do, 14:30 Uhr) bei der Ferienuni Kritische Psychologie 2010, 24.-28.8.2010, FU Berlin, Download als PDF
(1) Mit der Kritischen Psychologie haben wir den seltenen Fall einer emanzipatorischen Theorie, die nicht nur ihren bürgerlichen Counterpart kritisiert, sondern auch eine eigene »positive« Theorie konstituiert. Dialektisch gesprochen: statt bloß einfacher Negation, doppelte Negation. Dies gilt sowohl für die im engeren Sinne kritisch-psychologischen Begriffe wie für die gesellschaftstheoretischen Grundlagen, auf denen diese fußen. In der Entstehungszeit, den 70er und 80er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts, war der »positive« gesellschaftstheoretische wie praktische Bezug gegeben: Es war der Mainstream-Marxismus in Theorie und Praxis der realsozialistischen Staaten.
Im mainstream der Sozialen Arbeit wird diskutiert, ob die Soziale Arbeit eine unterstützende Aufgabe im Hinblick auf Bildung hat, oder ob sie sich im Sinne informellen Lernens selbst als Bildungsakteur verstehen kann. Für eine emanzipatorische, politisch bewusste Sozialarbeit sind beide Positionen ungenügend. Die wichtigen Fragen sind: wie können sich an den gesellschaftlichen Widersprüchen Lernmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit entzünden, die der Bildung der Subjekte förderlich sind? Welche Perspektiven haben die Professionellen in der Sozialen Arbeit dabei? Und: was macht der Zahn ohne Tiger? oder: Praxis ohne soziale Bewegungen?
In dem workshop möchte Ariane Brennsell Ansatzpunkte einer “psychologischen” – oder vielleicht besser “psychosozialen” – Arbeit vorstellen, die durch die Kritische Psychologie, durch feministische und gesellschaftskritische Theorien motiviert ist. These des workshops ist es, dass eine solche Arbeit immer versuchen muss, die verschiedenen gesellschaftlichen – individuellen und politischen - Ebenen im Alltag zusammen zu bringen. Wie kann das in der Arbeit gegen sexuelle Gewalt aussehen? Was sind Anforderungen und Probleme?
Themenblock: »Praxis«
Referent_innen: Christina Kaindl, Sandra Jankowski
Tag/Zeit: Freitag, 27.8.2010, 17:00–18:00 Uhr
Grundlagen und praktische Erfahrungen
Der Workshop diskutiert an zwei grundlegenden Texten den Zugang der Kritischen Psychologie zu Praxisanalysen und dem Theorie-Praxis-Problem.
Literatur:
Markard, Morus & Holzkamp, Klaus (1989): Praxis-Portrait – Ein Leitfaden zur Analyse psychologischer Berufstätigkeit. In: Forum Kritische Psychologie 23, 5-49
Kaindl, Christina & Markard, Morus (2000): Das Ausbildungsprojekt „Subjektwissenschaftliche Berufspraxis“ – theoretische, methodische und organisatorische Aspekte studentischer Praxisforschung. In: Markard, Morus und Projekt ASB (2000): Weder Mainstream noch Psychoboom. Kritische Psychologie und studentische Praxisforschung. Konzepte und Erfahrungen des Ausbildungsprojekts. ”Subjektwissenschaftliche Berufspraxis” an der Freien Universität Berlin. Hamburg: Argument, S. 29-43. Download (PDF).
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